Beatmung beim septischen Kreislaufschock: Auszeichnung für die Ulmer Universitätsklinik für Anästhesiologie
10.06.2009, webmaster (idw) Auf ihrer Jahrestagung in Mailand hat die European Society of Anaesthesiology (ESA) am Wochenende die Klinik für Anästhesiologie mit dem Draeger-Intensivpreis ausgezeichnet, mit dem die jeweils beste Publikation des vorausgegangenen Jahres im Bereich Intensivmedizin gewürdigt wird. Die preisgekrönte Publikation berichtet über ein zweijähriges Projekt, das die Effekte einer Beatmung mit reinem Sauerstoff bei einem septischen Kreislaufschock untersuchte. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Dieses Vorgehen ist eine therapeutische Intervention mit "janusköpfigen Eigenschaften": Einer Kreislaufstabilisierung, die angesichts des für den septischen Schock typischen Blutdruckabfalls wünschenswert ist, steht die Verstärkung von Zell- und Organschäden durch "oxidativen Stress", d. h. durch eine erhöhte Produktion so genannter freier "Sauerstoff-Radikale" gegenüber, die in der Folge zu einer Hemmung der Zellatmung und sogar DNA-Schäden führen können.
Das Forschungsprojekt konnte dank einer finanziellen Förderung durch die European Society of Intensive Care Medicine, das Scientific and Technological Research Council of Turkey, die Alexander von Humboldt-Stiftung, den Deutschen Akademischen Austauschdienst und ein Stipendium der Landesgraduiertenförderung Baden-Württemberg realisiert werden und ist das Ergebnis der engen Zusammenarbeit mit den Instituten für Pathologie und Humangenetik. Eine Folgestudie, welche die effektiven Eigenschaften der Beatmung mit reinem Sauerstoff auch bei Einsatz erst nach Vollentwicklung des septischen Schocks unter Beweis stellen konnte, wurde kürzlich zur Veröffentlichung angenommen. Weitere Informationen:
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